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 Makroökonomie
Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre, das sich mit gesamtwirtschaftlichen Phänomenen wie der Inflation, den Konjunkturschwankungen oder dem langfristigen Wachstum befasst.
 Makroökonomische Stabilisierung
Wirtschaftspolitische Massnahmen zur Glättung konjunktureller Schwankungen.
 Marginaler Entscheid
Der zusätzliche Nutzen aus einer Entscheidung wird den zusätzlichen Kosten gegenübergestellt. Überwiegt der Nutzengewinn, entscheidet man sich dafür.
 Markt
Ort oder Institution, wo Angebot und Nachrage von Gütern, Dienstleistungen oder Produktionsfaktoren zusammentreffen.
 Marktgleichgewicht
Der Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf einem Markt oder in einer Volkswirtschaft, auf dem bzw. in der vollkommener Wettbewerb herrscht. Da bei vollkommenem Wettbewerb die einzelnen Verkäufer und Käufer nicht die Macht haben, den Markt zu beeinflussen, wird sich der Preis auf dem Niveau einpendeln, auf dem er sowohl den Grenzkosten als auch dem Grenznutzen entspricht.
 Markträumung
Die nachgefragte Menge entspricht der angebotenen Menge. Voraussetzung für Markträumung ist, dass der Marktpreis dem Gleichgewichtspreis entspricht.
 Marktversagen
Situation, in welcher der Markt keine effiziente Allokation der Ressourcen hervorbringt.
 Marktwirtschaft
Bezeichnet eine arbeitsteilig organisierte Wirtschaftsordnung, in der die Koordination von Produktion und Konsum über das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage auf Märkten erfolgt.
 Marktzutrittsschranken
Faktoren, die potenzielle Konkurrenten davon abhalten, in einen bestehenden Markt einzutreten.
 Materielle Güter
Greifbare, physisch vorhandene Güter, wie z.B. Nahrungsmittel.
 Mehrwertsteuer
Indirekte Steuer, die als Prozentsatz des Mehrwerts (Verkaufspreis abzüglich Preis der Vorleistungen) der verkauften Güter und Dienstleistungen erhoben wird.
 Meistbegünstigung
Prinzip der WTO, nach dem der Abbau einer Handelsschranke gegenüber einem Mitgliedsland gleichzeitig auch für alle anderen WTO-Mitgliedsländer gelten muss.
 Meritorische Güter
Sogenannt unechte, öffentliche Güter. Güter die zwar von der Privatwirtschaft zur Verfügung gestellt werden könnten, für die Allgemeinheit aber so wichtig sind, dass der Staat sie bereitstellt. (z.B. Bildung, Gesundheitswesen)
 Mikroökonomie
Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre, das sich mit den Entscheidungen der Haushalte und Unternehmen sowie mit deren Zusammenspiel auf einzelnen Märkten befasst.
 Mindeslöhne
Gesetzlich oder vertraglich festgelegtes Lohnminimum mit landes- oder branchenweiter Verbindlichkeit.
 Mindestpreise
Mindestpreise sind ein politisches Marktregulierungsmittel. Es sind staatlich festgesetzte Preise, die nicht unter-, wohl aber überschritten werden dürfen. Mindestpreise werden eingesetzt, um die Einkommen der Produzenten bestimmter Produkte zu erhöhen, den Absatz bestimmter Produkte zu reduzieren oder einen angenommenen ruinösen Wettbewerb zu unterbinden. Werden Preise höher gesetzt als jene, die sich durch das freie Wirken von Angebot und Nachfrage ergeben hätten, sinkt die Nachfrage und steigt das Angebot. Die Folge ist ein Angebotsüberschuss.
 Mindestreservesatz
Prozentualer Anteil der Kundenguthaben, der von den Banken als Sicherheit liquide gehalten werden muss und nicht als Kredite vergeben werden darf.
 Monetarismus
Ökonomische Theorie, nach der Inflation immer duch ein Überangebot an Geld verursacht wird.
 Monetisierung der Verschuldung
Finanzierung einer Staatsverschuldung über die Geldschöpfung. Dies führt zu einer hohen Inflation und reduziert damit zusätzlich den realen Wert der bestehenden Verschuldung.
 Monopol
Ein Monopol nennt man eine Marktsituation (Marktform), in der für ein ökonomisches Gut entweder nur ein Anbieter (Angebotsmonopol) oder nur ein Nachfrager (Nachfragemonopol) existiert.
 Monopolistische Konkurrenz
Unter einer monopolistischen Konkurrenz versteht man einen Markt, auf dem zwar ähnlich wie im Polypol sehr viele Anbieter auftreten, der aber unvollkommen ist. Die Unvollkommenheit kann dadurch hervorgerufen sein, dass z. B. die Nachfrager räumliche, zeitliche oder sachliche Präferenzen haben, oder weil die gehandelten Güter nicht homogen sind, sich also in gewissen Merkmalen unterscheiden (Produktdifferenzierung).
Aufgrund der Produktdifferenzierung verfügt jeder Anbieter über einen gewissen monopolistischen Spielraum, innerhalb dessen es ihm möglich ist, ähnlich wie in einem Monopol, Preis oder Menge festzulegen. In diesem monopolistischen Bereich gilt die Gewinnmaximierungsregel: Grenzerlös = Grenzkosten.
Verlässt der Anbieter den monopolistischen Bereich, gilt für ihn das Gleiche wie in einem Polypol: Der Preis ist durch den Markt diktiert, erhöht der Anbieter den Preis darüber hinaus, verliert er alle Nachfrager an die Konkurrenz.
(Formal dargestellt wird der Fall der monopolistischen Konkurrenz mit Hilfe einer zweifach geknickten Preis-Absatz-Funktion)
 Monopolmacht
Ein Unternehmen ist auf einem bestimmten Markt der einzige Anbieter und kann wegen er fehlenden Konkurrenz die Preise auf diesem Markt beeinflussen.
 Monopolrente
Rente, die ein Monopolist im Vergleich zum vollkommenen Wettbewerb zusätzlich erhält, weil er seine Preise unabhängig vom Wettbewerb gewinnmaximierend festlegen kann.
 Monopson
Ein Monopson beschreibt eine bestimmte Form eines Monopols, bei dem nur ein Nachfrager vielen Anbietern gegenübersteht.
 Multiplikatoer (in Zusammenhang mit Konjunkturschwankungen)
Faktor, mit dem die konjunkturelle Dynamik einen ursprünglichen Impuls vergrössert.