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 Kalte Progression
Anstieg der realen Steuerlast, der dadurch entsteht, dass bei Inflation Arbeitnehmende mit steigenden Nominallöhnen in höhere Steuerklassen kommen, auch wenn sie real nicht mehr verdienen.
 Kapitaldeckungsverfahren
Finanzierungsverfahren für Sozialversicherungen in der Schweiz. Die Beiträge der Versicherten werden als Spargelder geäufnet und verzinst. Die Leistung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt und entspricht den eigens bezahlten Beiträgen plus Zins. (z.B. berufliche Vorsorge)
 Kapitalmarkt
Markt, auf dem sich die Unternehmen und der Staat Geld in Form von langfristigen Krediten beschaffen können.
 Kapitalstock
Total aller Kapitalgüter (Produktionsgüter) einer Volkswirtschaft.
 Kapitalverkehrsbilanz
Der Teil der Zahlungsbilanz eines Landes, der den gesamten über die Grenze fliessenden Kapitalverkehr während eines Jahres erfasst.
 Kartell
Ein Kartell ist eine Vereinbarung zur Regulierung von Konkurrenz. Es gibt die Kooperation wirtschaftlicher Aktivitäten von unabhängigen Unternehmen, mit dem Zweck oder der Wirkung, den Wettbewerb zu verhindern oder zu beschränken. Die Mitglieder eines Kartells versuchen oftmals die Vorteile eines Monopols zu erreichen, ohne ihre rechtliche und weitgehend auch ihre wirtschaftliche Autonomie aufzugeben. Dabei bleiben sie zwar eigenständig, unterwerfen aber bestimmte Handlungsmöglichkeiten den Absprachen des Kartells. Typischerweise handelt es sich dabei um die Preisgestaltung; es gibt aber auch andere Absprachen in einem Kartell, zum Beispiel Aufteilung von Kunden oder von Marktanteilen.
 Kaufkraft
Menge an Gütern und Dienstleistungen, die mit einer bestimmten Menge Geld gekauft werden kann.
 Kaufkraftparität
Wechselkurs, bei dem die Kaufkraft zweier Währungen gleich ist. Das heisst mit einem bestimmten Geldbetrag kann in beiden Ländern derselbe Güterkorb erworben werden.
 Klassische Entscheidungstheorie
Betrachtet Situationen in welchen gegen die Natur „gespielt“ wird. Mit Natur ist die Wahrscheinlichkeitsverteilung über Umweltzustände gemeint, die vom eigenen Verhalten unabhängig sind (also gegeben sind). Beispiel: Nutzwertanalyse
 Klimarappen
Kleine Abgabe pro importierten Liter Benzin oder Diesel. Die Einnahmen der Abgabe werden im Inland und Ausland in Projekte zur Verminderung von Treibhausgasen investiert.
 Knappheit
Knappheit liegt vor, wenn ein Gut in geringerer Menge vorhanden ist als gewünscht wird. Volkswirtschaftlich ist ein Gut genau dann knapp, wenn bei einem Preis des Gutes von Null mehr nachgefragt werden würde als zur Verfügung steht. Knappheit ist damit als Ursache des Wirtschaftens zu betrachten. Die Knappheit von Gütern stellt eine Wirtschaft vor die Herausforderung, die zur Verfügung stehenden Güter optimal auf die verschiedenen miteinander konkurrierenden Verwendungsmöglichkeiten aufzuteilen (sogenannte Allokation). Aus dem Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage auf einem Markt ergibt sich in der Regel im Gleichgewicht ein (Gleichgewichts-)Preis für das Gut, der als Mass für die Knappheit des Gutes interpretiert werden kann. Insofern dient der Markt in einer Marktwirtschaft zwar vordergründig dem Austausch von Gütern, mindestens ebenso wichtig ist aber seine Funktion als Mechanismus zur Informationsverarbeitung: Über die einzelnen Angebote und Nachfragen der Wirtschaftssubjekte senden diese Informationen über die Knappheit eines Gutes an den Markt, aus welchen dieser ein Preissignal erzeugt.
Knappheit kann sowohl natürliche Ressourcen und Produktionsfaktoren als auch produzierte Güter betreffen.
 Komparativer Kostenvorteil
Mit diesem Lehrsatz wird der internationale Freihandel begründet. Das Gesetz besagt, dass die gesamte Wohlfahrt steigt, wenn sich die Länder auf die Produktion jener Güter spezialisieren, bei denen sie komparative Kostenvorteile aufweisen, selbst wenn ein Land bei der Produktion aller Güter absolute Kostennachteile hat.
 Komplementärgüter
Zwei Güter, die nach Ansicht der Konsumenten „zusammengehören“. Eine Erhöhung des Preises des einen Gutes führt zu einem Rückgang der nachgefragten Menge des anderen Gutes und umgekehrt.
 Konjunktur
Auslastung der Produktionsfaktoren in einer Volkswirtschaft, betrachtet über einen kürzeren Zeitraum (Quartale, einzelne Jahre).
 Konjunkturbeobachtung
Ermittlung der aktuellen konjunkturellen Situation mittels Interpretation geeigneter Indikatoren.
 Konjunkturelle Arbeitslosigkeit
Arbeitslosigkeit, die sich als Folge eines Konjunkturabschwungs ergibt.
 Konjunkturelles Defizit
Dieses Defizit ist unproblematisch da es während eines wirtschaftlichen Aufschwungs aufgrund der steigenden Einkommen, Gewinnen und Umsätzen wieder von selbst verschwindet. Als automatische Stabilisatoren ist ihre Wirkung im Konjunkturverlauf sogar willkommen, weil sie in einer Rezession die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stützen (keynesianische Konjunkturpolitik).
 Konjunkturprognose
Vorhersage der zukünftigen konjunkturellen Entwicklung mithilfe von Prognosemodellen.
 Konjunkturschwankungen
Kurzfristige Schwankungen in der Gesamtproduktion, dem Gesamteinkommen und der Beschäftigung eines Landes. Sie sind durch gleichzeitige und gleichgerichtete Schwankungen in zahlreichen Branchen gekennzeichnet.
 Konjunkturzyklus
Schwankungen der gesamtwirtschafltichen Aktivität, gekennzeichnet durch das Aufeinanderfolgen einer Auf- und einer Abschwungphase.
 Konkordanz
Die Suche eines Kompromisses, sowohl zwischen den Parteien, wie auch zwischen den verschiedenen Kultur- und Sprachräume. Offensichtlich wird das Konkordanzsystem in der Aufteilung der sieben Bundesratssitze auf die wichtigsten Parteien nach ihrer proportionalen Wählerstärke unter Respektierung des sprachlichen Gleichgewichts der Schweiz.
 Konsumentenrente
Differenz zwischen dem Betrag, den ein Konsument für ein Gut zu bezahlen bereit ist, und dem tatsächlich entrichteten Preis. Im Preis-Mengen-Diagramm kann die Konsumentenrente als der Bereich unterhalb der Nachfragekurve, aber oberhalb der Preislinie gemessen werden.
 Kooperative Spieltheorie
Die Spieler verhandeln über ein Spielergebnis das sie gemeinsam realisieren möchten und versuchen Koalitionen einzugehen um ihren eigenen Nutzen zu maximieren. Insbesondere können die Spieler einen verpflichtenden Vertrag abschliessen, dessen Einhaltung gesichert ist.
 Kosten-Nutzen-Analyse
Untersuchung, die für eine bestimmte Entscheidung die erwarteten Kosten dem erwarteten Nutzen gegenüberstellt.
 Kostendruckinflation
Angebotsseitige Inflationstheorie; entsteht aufgrund deutlich gestiegener Produktionskosten, die schlussendlich auf die Preise überwälzt werden.
 Kreuzpreiselastizität der Nachfrage
Ein Mass für den Einfluss der Preisänderung einer Ware auf die Nachfrage nach einer anderen Ware. Genauer gesagt entspricht die Kreuzpreiselastizität der prozentualen Änderung der Nachfrage nach Gut A, wenn sich der Preis für Gut B um 1 Prozent verändert, unter der Annahme, dass alle anderen Variablen gleich bleiben.
 Kronzeugenregelung
Strafbefreiung oder Strafreduktion für Unternehmen, die als Mittäter helfen, Verstösse gegen das Kartellgesetz aufzudecken.
 Kurzfristige Preisuntergrenze, Betriebsminimum
In der Mikroökonomie bezeichnet man als kurzfristige Preisuntergrenze, den Preis im Minimum der durchschnittlichen variablen Kosten (variable Stückkosten). Die dazugehörige Mengeneinheit wird auch als kurzfristiges Betriebsminimum bezeichnet. Sollte ein Betrieb zum Betriebsminimum produzieren und anschliessend zum Preis der kurzfristigen Preisuntergrenze verkaufen, so macht der Betrieb einen kalkulierten Verlust in Höhe der Fixkosten. Man erreicht gleichzeitig die komplette Deckung der variablen Kosten. Sollte der Betrieb zu einem geringeren Preis als zur kurzfristige Preisuntergrenze verkaufen, so kann kein Deckungsbeitrag erzielt werden und die Produktion müsste eingestellt werden. Ein Betrieb kann den Preis vorübergehend bis zu dieser Preisgrenze hinunterschrauben. Auf eine Deckung der fixen Kosten wird dabei verzichtet, der hiermit verbundene Verlust kann kurzfristig in Kauf genommen werden.
 Kyoto-Protokoll
Internationale Vereinbarung über verbindliche Reduktionsziele beim Ausstoss von CO2, abgeschlossen 1997 in der japanischen Stadt Kyoto.
 Kündigungsschutz
Vorschriften, welche die Entlassung von Arbeitskräften erschweren oder verhindern.