VWL Mikroökonomie Faktormärkte Wertpapiermarkt

Wertpapiermarkt

Die Preisbildung auf den Wertpapiermärkten funktioniert grundsätzlich gleich, wie die Preisbildung auf dem Bodenmarkt. Auch bei der Wertpapiernachfrage ist zwischen der Neunachfrage und der Eigennachfrage zu unterscheiden. Neunachfrager sind diejenigen, die ein bestimmtes Wertpapier kaufen wollen. Eigennachfrager dagegen sind diejenigen, die bei den gegebenen Marktbedingungen nicht bereit sind, ein bestimmtes Wertpapier aus ihrem Bestand zu verkaufen.

Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Neu- und Eigennachfrage von Wertpapieren sind nachfolgend dargestellt:

Direkter Ertrag
Je höher der Wertpapierertrag (Zins, Dividende), desto interessanter ist das Papier für die Nachfrager, d. h. desto höher ist der Kurs, den der Neunachfrager dafür zu bezahlen bereit ist, beziehungsweise der dem Eigennachfrager geboten werden muss, damit er auf seine Eigennachfrage verzichtet.

Alternativertrag
Alternative Wertpapiere sind Substitute. D. h., wenn die Erträge von alternativen Wertpapieren steigen, so sinkt die Attraktivität des betrachteten Wertpapiers entsprechend (und damit die Nachfrage).

Direkte Erwartungen
Je besser die Zukunftserwartungen einer Unternehmung, desto attraktiver ist das entsprechende Wertpapier. Die Nachfrage steigt also.

Alternativerwartungen
Wenn die Zukunftserwartungen von alternativen Wertpapieren besser werden, so sinkt die Attraktivität des betrachteten Wertpapiers entsprechend (und damit die Nachfrage).

Anlagesuchendes Vermögen
Bei zunehmendem Vermögen besteht eine zunehmende Nachfrage nach allen Arten von Geldanlagen, also auch nach Wertpapieren.

Unternehmungen benötigen mehr Geld
Wenn die Unternehmungen mehr Geld nötig haben und deshalb mehr Wertpapiere ausgeben (z.B. AK-Erhöhung) erhöht sich das Angebot.