VWL Mikroökonomie Faktormärkte Kreditmarkt

Kreditmarkt

Die Grafik stellt ein einfaches Modell der Finanzmärkte dar. Das Modell zeigt, wie die Finanzmärkte die Ersparnisse und die Investitionen einer Volkswirtschaft koordinieren. Wir nehmen dabei an, die betrachtete Volkswirtschaft besitze nur einen Finanzmarkt, nämlich den Markt für Kreditmittel - den Kreditmarkt. Alle Sparer legen auf diesem Markt ihre Ersparnisse an, und alle Schuldner erhalten auf diesem Markt ihre Kredite. Auf diesem Markt existiert ein einziger Zinssatz, der gleichzeitig dem Ertrag der Ersparnisse und den Kosten der Kreditaufnahme entspricht.

Das Angebot stammt von jenen, die einen Teil ihres Einkommens sparen und verleihen wollen. Je höher der Zins ist, desto mehr lohnt es sich zu sparen. Deshalb nimmt das Angebot mit steigendem Zins zu Die Nachfrage nach Kreditmitteln stammt vor allem von Unternehmungen, die Mittel aufnehmen möchten, um Investitionen durchzuführen. Bei steigenden Zinsen wird weniger investiert, da die Investitionen teurer werden - die Nachfrage nimmt also ab. Der Markt schafft den Ausgleich, im Marktgleichgewicht ist Sparen gleich Investieren.

Angenommen, die Regierung verabschiede ein Gesetz, das jeder Unter­nehmung, die eine neue Fabrikanlage errichtet, Steuerminderungen erlaubt (Investitionssteuergutschrift). Darauf hin wird die Nachfrage nach Krediten steigen, da es attraktiver geworden ist zu investieren. Zins und Kreditvolumen werden steigen (Schieber links nach oben).

Wenn der Steuerfreibetrag der Säule 3A erhöht würde, dann würde das Angebot an Kreditmitteln steigen, da es attraktiver geworden ist zu sparen. Der Zins wird sinken, das Kreditvolumen wird steigen (Schieber rechts nach oben).