VWL Mikroökonomie Faktormärkte Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt

Die Arbeitsangebotskurve (AA) zeigt wie viel Arbeit die Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt anbieten. Das Arbeitsangebot unterscheidet sich vom Angebot anderer Produktionsfaktoren und vom Angebot an Gütern und Dienstleistungen vor allem durch zwei Merkmale. In der Regel ist das Arbeitseinkommen für die Anbieter lebensnotwendig. Über dem Existenzminimum können die Arbeitnehmer jedoch wählen, ob sie lieber mehr Realeinkommen oder mehr Freizeit möchten. In der Grafik ist die Angebotskurve positiv geneigt, das muss nicht unbedingt so sein. Das Arbeitsangebot wird grösser, wenn der Bestand an Arbeitskräften steigt (Regler ganz rechts). Dies kann durch Einwanderung geschehen oder auch durch vermehrte Berufstätigkeit der Hausfrauen (beispielsweise, wenn bessere Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung gestellt werden). Ein weiterer Grund für eine Angebotssteigerung kann eine Änderung der Einstellung zur Arbeit und Freizeit sein (Zufriedenheit wird vermehrt in der Arbeit oder im Konsum gesucht).

Bei der Arbeitsnachfrage (AN) handelt es sich um eine abgeleitete Nachfrage. Die Arbeitskräfte werden nicht um ihrer selbst Willen nachgefragt, sondern weil sie ein Produkt produzieren, das verkauft werden kann. Die Arbeitsnachfrage ist also von der entsprechenden Güternachfrage abhängig. Hinter der negativ geneigten Arbeitsnachfragekurve steckt das Ertragsgesetz: in einer Unternehmung zusätzlich eingesetzte Arbeitsstunden bringen gemäss Ertragsgesetz einen immer kleineren zusätzlichen Ertrag, also ist die Unternehmung mit zunehmendem Arbeitseinsatz nur noch bereit einen immer kleineren Lohn dafür zu bezahlen. Mehr Arbeit wird nachgefragt, wenn das Wertgrenzprodukt (= der Wert der Produktion durch den Einsatz einer zusätzlichen Arbeitsstunde) steigt. Dies ist der Fall, wenn die Arbeitsproduktivität steigt oder wenn die Absatzpreise steigen (ceteris paribus). In der Grafik ist dies mit den ersten beiden Reglern nachvollziehbar.

Hinweis: Arbeitslosigkeit kann es in diesem Modell eigentlich gar nicht geben, wenn der Lohn flexibel ist. Denn dann pendelt sich ein Marktgleichgewicht ein, was nichts anderes heisst, als dass alle die zum Gleichgewichtslohnsatz arbeiten möchten, auch eine Stelle finden.