VWL Makroökonomie Strukturwandel Strukturwandel

Strukturwandel

Die Erklärung zu obenstehender Produktionsmöglichkeitenkurve findet sich bei der Grafik "Wirtschaftswachstum" im Kapitel Wachstumstheorie und -politik. In dieser Grafik soll nun gezeigt werden, dass sich Wachstum auf verschiedene Arten auswirken kann.

Wenn der linke Regler nach oben geschoben wird entsteht Wirtschaftswachstum ohne Strukturwandel. Das Produktionspotenzial wird grösser, die Kurve schiebt sich nach aussen. Das neue rote Kreuz zeigt die neue produzierte Güterkombination. Hier sind die Beschäftigungsanteile in beiden Brachen gleich wie bisher, genauso sind die Branchenanteile konstant, die beiden Güter werden im gleichen Verhältnis wie bisher produziert.

Nun kann aber ein Wirtschaftswachstum auch die bisherige Struktur der Wirtschaft ändern. Wenn nach dem linken Regler zusätzlich auch der mittlere Regler nach oben geschoben wird, so zeigt sich ein Strukturwandel mit angebotsseitige Ursachen. In der Grafik bleibt zwar das Verhältnis der beiden produzierten Güter konstant, allerdings gibt es eine Verschiebung in der Beschäftigung. Die Produktion des Gutes 1 macht hier mehr Produktivitätsfortschritte als die Produktion des Gutes 2. Somit ergibt sich eine Verschiebung der Beschäftigung hin zur Branche 2. Branchen mit höherem Produktivitätszuwachs verlieren tendenziell Beschäftigungsanteile.

Wenn nach dem linken Regler zusätzlich auch der rechte nach oben geschoben wird, so zeigt sich ein Strukturwandel mit nachfrageseitigen Ursachen. Wenn die Einkommenselastizität der Güter unterschiedlich ist, wird sich bei Wirtschaftswachstum die Nachfrage (und somit auch das Angebot) unterschiedlich verändern. Branchen mit einer Einkommenselastizität von kleiner als 1 verlieren bei Wirtschaftswachstum an relativer Bedeutung.